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Schlagwort-Archiv: Roland Koch

DER VOLLPFOSTEN DES MONATS OKTOBER 2010

copyright: Jean Michel Malatray

copyright: Jean Michel Malatray

gehen an:

Roland „Pinocchio“ Koch

für die „glaubwürdige“ und „saubere“ Abgrenzung zwischen altem und neuen Job.

Ein wenig traurig war ich ja schon, als der „Hessen-Berlusconi“ im Mai seinen Rücktritt aus der Politik erklärte, war er doch für mich immer ein Garant für lustige Zwischenrufe und typisches Klischee-Politikerhandeln, wenn irgendwo was in der Republik geschah. Und jetzt wird der Herr Koch endlich König, ja er wird Vorstandsvorsitzender bei einem der grossen Baukonzerne in Deutschland, bei Bilfinger und Berger. Der Herr Koch, der noch im August einen Job bei eben dieser Firma ausschloß, übernimmt das riesige Bauschiff und es sollte doch mit dem Teufel zu gehen, wenn dieser Konzern jetzt in den nächsten Jahren nicht an wichtige Bauprojekte herankommt, die in der Republik so anstehen, denn ein qualifiziertes Insiderwissen ist Herrn Koch bei aller Kritik an seiner politischen Vergangenheit nicht abzusprechen. Roland Koch erzählte viel, wenn die Tage lang waren, wollte ja auch nach eigener Aussage nie nach Berlin gehen und Kanzler werden, aber in der Tat, wenn man nicht gefragt wird, kann man auch sowas zum Ausdruck bringen, ohne wieder direkt in die Gefahr zu kommen, dass man nicht ganz die Wahrheit sagt. Und wer kann es einem Mann vom Kaliber Koch auch verübeln, dass er für gerade mal 1,66 Mio. Euro Jahresgehalt vom politischen ins wirtschaftliche Lager wechselt…also bleibt nur noch zu singen:

„Wer baggert da so spät noch am Baggerloch, es ist Roland mit der langen Nase und er baggert noch …“

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Quo vadis Roland Koch? Hessen was nun…?

Hallo liebe kochende Hausmeistergemeinde,

jetzt hat er den Sack geöffnet, die schleichende Großwildkatze der deutschen Politik. Sagt so einfach, er wolle sich dann doch in naher Zukunft zurückziehen, sich so gar nicht mehr politisch betätigen.

Na, können wir das denn wirklich glauben? Ganz plötzlich hat Herr Koch die Lust an der Macht verloren? Der Mann, der bestimmt gerne mal auf dem Chefsessel im Bundeskanzleramt gesessen hätte. Ein Politiker mit einem ausgeprägten Machtwillen, der auch schon mal jemanden über die politische Klinge springen lässt, wenn es brenzlig für ihn wird, zieht sich zurück. Ich kann das nicht so recht glauben. Bin mir sicher, Herr Koch wird sich bestimmt auch in Zukunft von einer hochdotierten Stelle kräftig in die deutsche Politik einmischen und so manchem das Regieren, wie auch schon in der Vergangenheit ein wenig erschweren.

Werde ich ihn vermissen? Ja, ich werde ihn vermissen diesen Brachial-Politiker, der sich nie zurückgenommen und immer in der politischen Landschaft mitgemischt hat. Bisher fragte ich mich immer, wenn in der Republik irgendwo ein politischer Pups losgelassen wurde: Na, mal schauen, was der Koch dazu sagt? Nicht weil ich die politische Einstellung von Herrn Koch so gerne teile. Nein, sondern weil ich mich immer köstlich darüber amüsierte, welche politischen Spielchen Herr Koch anzettelte. Um mit den Worten von Peter Härtling in einem Interview zu sprechen: „Ich werde ihn vermissen, aber ich bin froh, dass er weg ist.“ Genau so sieht es aus. Man könnte Herrn Koch bei seinem Abgang ja schon fast als großes Vorbild bezeichnen, an dem sich so mancher Landesfürst ein Beispiel nehmen könnte, müsste, sollte. Perfekte konsequente Inszenierung nenne ich das, am Tag des Handtuchs, dem Towel Day das schwarze Handtuch in die Ecke zu werfen. Aufzugeben, wenn man erkannt hat, in den scheinbaren Hintergrund zu treten ist besser, da man in Zukunft keine weitere Karrierechancen in der großen Bundespolitik hat. Frau Merkel war wohl doch zu standhaft. Sie hat es ihm in Teilen bestimmt auch vermasselt. Aber damit dieses Gerede erst gar nicht hochkommt, machte sich Herr Koch nach eigener Aussage schon vor einem Jahr über seinen Rücktritt Gedanken, hat sogar Frau Kanzlerin über seine Absichten informiert. Zeitlich also so kurz nach der Landtagswahl in Hessen im Jahre 2009. Seht ihr liebe Hessen, ihr wurdet schon wieder einmal an der Nase herumgeführt, ihr habt einen Mann im Ministerpräsidentenamt bestätigt, der sich bestimmt schon damals mit dem Abgang gedanklich beschäftigt haben könnte. Jetzt kommt die nächste Strafe für Hessen, das nächste Übel. Seine Nachfolge hat Herr Koch natürlich auch perfekt gestaltet. Der Kronprinz der Buffy, also der Herr Bouffier soll es richten und neuer Ministerpräsident werden. Ein Mann so ohne rechte Konturen soll das Land Hessen führen. Ganz das Gegenteil von Herrn Koch, aber bestimmt ganz schön gehorsam, hat er seinem jetzigen Chef doch einiges zu verdanken. Wenn ich Hesse wäre, dann würde ich mich ganz schön an der langen Nase herumgeführt fühlen. Aber ich kann es als Mainzer ja auch nur von der anderen Rheinseite aus beurteilen, der es gerne sehen würde, wenn Herr Beck in diesem Fall den Abtritt Herrn Kochs als Vorbild sehen würde. Herr Koch geht und ich freue mich darüber. Auch wenn ich es mit einem tränenden Auge sehe. Denn welches Feindbild wird es in den nächsten Jahren in der deutschen Politik geben, an dem man sich so köstlich reiben kann, wie man es an Herrn Koch konnte?

Ich bin mir sicher Herr Koch wird weiterhin seine Marionetten aus dem Hintergrund steuern, denn solch ein Machtmensch kann sich nicht so einfach zurückziehen…
Mal schauen welche Posten in der freien Wirtschaft in der nächsten Zeit für Herrn Koch auf den Leib geschnitten werden. Ich bin mir sicher, man wird wieder von Herrn Koch hören. Oder bereitet er im geheimen Kämmerlein zu Bildenbergen die Kanzlerschaft vor?

In diesem Sinne noch einen köchelnden verschwörungstheoretischen Tag
Karl Keule
„KeulenKalle©“

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