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Schlagwort-Archiv: Der Restaurantverpester

Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 09 „Restaurant Steins Traube, Mainz“

Restaurant Steins Traube, Poststrasse 4, 55126 Mainz-Finthen

Liebe gaumenverwöhnte Gemeinde,

„Willkommen bei Steins Traube“ heißt es einfach formuliert, wenn man die Internetseite des betreffenden Restaurants aufruft und ich kann versichern bei Steins Traube ist man als Gast willkommen.

Seit 106 Jahren verwöhnt der von Peter Stein geführte Familienbetrieb den Gaumen des Gastes mit seinen gehobenen gutbürgerlichen Speisen und so war es auch wieder bei meinem letzten Besuch in Steins Traube.

Die Einrichtung entspricht ganz meinem Geschmack (modern und bequem), so wie ich es von einem solchen Restaurant erwarte.

Der Service angeführt von der Chefin des Hauses ist sehr freundlich unaufdringlich, aber trotzdem jederzeit aufmerksam.

Die Küche von Peter Stein ist deutsch ausgerichtet mit einem leichten französischen Einschlag. Sie überzeugt in der Qualität der Ausgangsprodukte und die Gerichte werden geschmacklich passend zubereitet.

So starteten wir unseren letzten Besuch mit einem sehr harmosch abgestimmten Pfifferlingsrahmsüppchen. Danach gab es für mich als Hauptgericht die Medaillons vom Schweinefilet mit Provencialischer Kruste, frisches Gemüse und Kartoffelgratin. Das Fleisch wurde auf dem Garpunkt serviert, wie ich es erwarte, schön bedeckt mit einer leichten Kruste von provencialischen Kräutern. Das Kartoffelgratin bestach durch die hervoragende Verarbeitung der Kartoffeln, die in hauchdünne Scheiben gehobelt waren.

Meine Begleitung bekam ein perfekt gebratenes Brüstchen von der Freilandpoularde auf frischem Blattspinat mit Rosmarinkartoffeln. Besonders hervorzuheben war der feingehacjte Rosmarin und die Würzung der Kartoffeln.

Zum Desert gab es Mini-Dessertquartett mit Creme Brûlée, für die Besucher, die sich nicht für eines der leckeren Desserts entscheiden können.

Abgerundet wurde das Essen von einem leichten Riesling QbA trocken Schloss Vollrads Sommer.

Das Preis- und Leistungsverhätnis für dieses Restaurant ist stimmig.

Fazit: Alles in allem ein runder, geschmacklich gelungener Besuch bei Steins Traube, der gerne wiederholt wird und somit 5 Sterne.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 08 „Restaurant Fisch Jackob, Mainz“

Restaurant Fisch Jackob, Fischtorstrasse 7, 55116 Mainz

Liebe fischliebende Gemeinde,

Ihr wollt in Mainz gut zubereiteten und frischen Fisch essen? Dann wird Euch hier bei Fisch Jackob geholfen.

Aber gerade am Wochenende ist Reservierung hier ganz wichtig, da das Restaurant gerade dann zur Mittagszeit sehr gut besucht ist und kaum eine Möglichkeit besteht einen freien Sitzplatz zu ergattern.

Man kann nicht nur die Karte rauf und runter bestellen, sondern es wird auch jeden Tag ein sogenanntes Stammgericht angeboten, was sich dadurch auszeichnet, dass es immer frisch zubereitet ist und zu einem Preise zwischen acht und neun Euro angeboten wird.

Beachtlich ist, dass hier in der Tat komplett auf Tiefkühlfischware verzichtet wird.

Die Sossen zu allen Fischgerichten immer frisch zubereitet und eine Steicheleinheit für den Gaumen.

Für Kinder gibt es kindgerechte Portionen Fisch frisch zubereitet und Kinder vergessen in diesem Lokal ganz schnell, das Fischessen nur Fischstäbchen heißen muß.

Die Getränkekarte bietet alles, was man zu einem gelungenen Fischmahl wünscht.

Zur Zeit sind sehr die frischen Muscheln zu empfehlen, die ich am Samsatg in einem leckeren Rieslingsud zubereitet genossen habe. Es gibt sie auch in der italinieschen Variation mit einer Tomatensosse.

Die Bedienung bleibt selbst im größten Trubel gelassen und immer freundlich hilfsbereit. Der Wohlbefinden des Gastes wird hier groß geschrieben und gelebt.

Fazit: Alles in allem bürgt Fisch Jackob seit vielen Jahren für mich für schmackhaftes Fischvergnügen und erhält in der Kategorie Fisch Restaurant 5 Sterne.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 07 „Restaurant Poseidon im Alten Gasthof Lohmann, Münster“

Restaurant Poseidon im Alten Gasthof Lohmann, Mecklenbecker Strasse 345, 48163 Münster

Liebe Gemeinde,

„Schön, dass Sie da waren!“ steht auf der Rechnung des Restaurants Poseidon im alten Gasthaus Lohmann in Münster-Mecklenbeck. Das war es dann auch schon fast mit schön, wenn man dieses griechische Restaurant verlassen hat.

Die Umgebung ist eigentlich ideal für eine solche Gastronomie. Ein typisch altes westfälisches Gasthaus, wie es sie leider nicht mehr so häufig gibt in Münster und Umgebung. Ein Biergarten mit ca. 50 Sitzplätzen lädt zum Verweilen ein. Ein kleiner Spielplatz ist auch vorhanden, wo sich die Kinder vergnügen können, während die Erwachsenen eigentlich ihr Bier und ihr Essen genießen sollten. Der Innenraum des Gasthauses ist typisch westfälisch, an der Inneneinrichtung wurde nichts verändert. Somit kommt auch kein griechisches Flair auf, wenn man den Gasthof oder den Biergarten betritt.

Die Speisenkarte ist typisch deutsch-griechisch, wie man sie hundertfach erleben kann, wenn man ein griechisches Restaurant in Deutschland betritt. Beachtlich war zuerst die Extrakarte, wo spezielle Gerichte außerhalb der normalen Karte angeboten wurden. Die Vorspeise, die ich hatte war okay, zumindest war sie handgemacht und keine Industrieware. Der Tiro-Salat ließ hoffen, dass auch die Hauptspeisen dementsprechend sein könnten. Von der Extra-Karte bestellte ich gegrillte Sardinen mit Tsatsiki und gegrilltes Lammfilet mit frischen Pfifferlingen und einer feinen Bratensoße. Als Beilage gab es Pommes Frites. Nachdem die Vorspeise noch relativ gut gemundet hatte, kam mit den Hauptspeisen das grausige Erwachen.

Die Sardinen waren durch Mehl gezogen fetttriefend frittiert, das Tsatsiki war industrielle Eimerware. Der Hammer war das Lammfleisch, sollte es doch Filet sein, aber ich fragte mich aus welchem Stück des Lammes dieses Fleisch geschnitten wurde. Das arme Lamm musste zweimal sterben, war das Fleisch doch komplett bis auf die letzte Faser durchgegrillt. Die Pfifferlinge entpuppten sich schnell als Dosenware und die feine Bratensoße entsprang einem Instantpulver, wie man sie von schlechten bayerischen Gasthäusern kennt. Angerichtet waren die vier Lammstücke im Soßensee, nein im Soßenmeer, die Pfifferlinge in die Mitte des Tellers geklatscht. Die Pommes Frites labberig und kalt.

Hier hatte der Koch entweder keine Lust, auf jeden Fall spürte man die Lieblosigkeit förmlich, wie in der Küche mit den Lebensmitteln umgegangen wird. Die Preise in diesem Lokal waren eindeutig zu hoch für die Qualität der dargebotenen Speisen.

Die Bedienung wollte zwar typisch griechisch freundlich sein, schaffte es allerdings nicht, war sie doch heillos mit den vielen Besuchern überfordert. Mich verwunderte es schon, dass der Biergarten bis auf den letzten Platz gefüllt war. Es könnte sein, dass Küche und Servicepersonal einen richtig schlechten Tag hatten und komplett mit dem Publikumsandrang an diesem schönen Oktobersonnentag überfordert waren.

Fazit: Für diesen ersten Besuch kann es nur einen Stern geben.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 06 „Goldene Ente, Mainz-Laubenheim“

Goldene Ente, Oppenheimer Strasse 2, 55130 Mainz-Laubenheim

Liebe Gemeinde,

eigentlich müsste es heißen: „Enten nach Mainz zu tragen“, wenn man die Goldene Ente im südlichsten Stadtteil Laubenheim in Mainz beschreiben wollte.

Das Lokal braucht eigentlich keine Empfehlung, ist es doch seit Jahrzehnten der Inbegriff rheinhessischer Lebensart in R(h)einkultur. Die Goldene Ente zeichnet sich durch eine sehr gute traditionelle bürgerliche Küche mit vielfältigen Gerichten aus. Hier sind alle Gerichte Handarbeit mit frischen Zutaten aus der Region. Die Qualität der Speisen wird auch dadurch gewährleistet, dass hier die Chefin selbst am Herd steht und keine Speise die Küche verlässt, auf die sie nicht ihr kritisches Augenmerk gerichtet hat oder nicht ihrem hohen Qualitätsanspruch entspricht. Besonders hervorzuheben ist die Speisenkarte: sie langweilt nie, denn täglich wechselnde Speisen auf der Tageskarte, neben regionalen und heimischen Speisen lassen keinen Wunsch offen, den der Besucher an solch ein Restaurant hat.

Für die Getränkeauswahl ist der Entenwirt selbst zuständig, der immer mindestens fünf deutsche Spitzenbiere vom Fass im Angebot hat und dieses jahreszeitlich mit saisonalen Bieren erweitert. Die Weinkarte braucht keinen Vergleich mit anderen Gastronomien in diesem Bereich zu scheuen, geht sie vom heimischen Laubenheimer Wein, über den benachbarten Rheingau bis hin zu den Anbaugebieten der Great Wine Capitals. Kein Wein wird ausgeschenkt, der nicht dem hohen Qualitätsanspruch des Wirtes stand hält.

Die Preise liegen im mittleren Preissegment und sind für dieses Restaurant absolut angemessen.

Die Einrichtung der Goldenen Ente in Laubenheim ist traditionell bürgerlich, erweitert wurde das räumliche Angebot in den letzten Jahren durch eine ansprechende Zeltüberdachung des Hofes, der seitdem nicht nur an Sonnentagen witterungsunabhängig den Gästen zum Verweilen zur Verfügung steht, sondern bis weit in den Herbst hinein.

Ein Team, wie beim Entenwirt sucht man sehr häufig vergebens in anderen Lokalen dieser Art: sehr freundlich, schnell und kompetent, einfach hervorragend, auch hier bleibt kein Wunsch offen.

Abgerundet wird das Angebot der Goldenen Ente während des ganzen Jahres durch diverse Events, die einem so manchen feucht-fröhlichen Abend bescheren, seien es die tollen Konzerte zum Laubenheimer Konzertsommer oder das derzeit gefeiert Laubenheimer Oktoberfest, das in seiner bereits 7. Auflage noch bis zum 7. Oktober gefeiert wird.

Danach ist es dann wieder endlich soweit, ab dem 9. Oktober wird die Entensaison eröffnet, für mich eines der kulinarischen Highlights in der Region. Die Enten kommen von der “Cherry Valley Farm” in Lincolnshire in England, mehr braucht man dazu wohl nicht zu schreiben, und werden natürlich wie alles andere köstlich von der Chefin und ihrem Küchenteam zubereitet. Reservierung ist hier ist ein absolutes Muss.

Die Goldene Ente bietet sich eigentlich für fast jede Gelegenheit an, um dort genüsslich und gemütlich einzukehren: Sei es für den Abend zu zweit, in einer Gruppe, für die Familienfeier oder auch für das wichtige, verschwiegene Gespräch unter Geschäftspartnern.

Für mich ist ein Aufenthalt in der Goldenen Ente in Mainz-Laubenheim immer wieder 5 Sterne wert.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 05 „Brasserie am See, Nohfelden“

Brasserie am See, Am Seehafen 1, 66625 Nohfelden-Bosen

Liebe Gemeinde,

laut Wikipedia ist eine Brasserie der „französische Begriff für eine bestimmte Art Gaststätte. Sie ist weniger formell und einfacher ausgestattet als ein Restaurant, verfügt jedoch im Gegensatz zu einem Bistro, Bar-Tabac oder Café über eine größere Auswahl an warmen Speisen.“

Und genau diese Beschreibung erfüllt die Brasserie am Bostalsee, die wir am Wochenende besuchten. Die Einrichtung hell, warm und einfach, aber dem Zweck eines solchen Lokals angemessen.

Die Bedienung war sehr freundlich und reagierte auch zügig auf die Wünsche des Gastes. Die Speisenkarte ließ für so ein Lokal keine Wünsche offen, bot sogar einige saarländische Regionalspeisen nach dem Motto: „Saarländisch gudd gess“ an.

Wir probierten bei unserem Besuch erstmal die einfachen Gerichte:

Currywurst und Pommes Frites, Spaghetti Aglio e Olio, für die Kinder gab es Spaghetti und Fischstäbchen mit Pommes Frites.
Auf der Kinderkarte standen eigentlich die Spaghetti Bolognese, aber der Sonderwunsch nach ohne Sauce aber mit Butter und Parmesan wurde freundlich von der Bedienung aufgenommen. Die Currywurst war leider innen noch kalt, jedoch waren die Pommes Frites kross mit frischem Fett zubereitet. Die Spaghetti Aglio e Olio waren fachlich okay. Die Fischstäbchen waren okay zubereitet, handelsübliche Tiefkühlware. Alles in allem kann man sagen, dass die Qualität der Speisen in Zubereitung und Präsentation für solch eine Gastronomie okay waren.

Die Getränkekarte bot alle warmen und kalten Getränke an, die man erwartet. Das Bier (auch das Hefeweizen) wurde frisch und handwerklich sehr gut gezapft. Sehr gut waren auch die Kaffeezubereitungen, Besonders gut gelungen war der Milchschaum, der so steif war, dass der Kaffeelöffel fast darin stehen blieb.

Der Ausblick von der Terrasse der Brasserie auf den schönen Bostalsee rundete den Besuch optisch ab.

Im Resultat gibt es für die Brasserie am Bostalsee drei Sterne.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 04 „Bostalklause, Nohfelden“

Bostalklause, Bostalstrasse, 66625 Nohfelden

Liebe Gemeinde,
was erwartet man schon von einer Gastronomie, die an einen Campingplatz gekoppelt ist?

Eigentlich nichts und so erwarteten wir auch nichts großartiges, als wir am Wochenende auf dem Campingplatz am Bostalsee verweilten und in die Bostalklause einkehrten. Wenn man nichts erwartet, kann man trotzdem positiv überrascht werden.

Man kommt hinein in die Klause und empfindet direkt den Charme einer einfachen Campingplatzkneipe, wenn man hier überhaupt von Charme sprechen kann. Die einfache Einrichtung in hellen Holztönen gehalten, mit einer jahreszeitlichen Dekoration, wie man sie in jeder nullachtfünfzehn Gastronomie findet.

Die Bedienung war sehr freundlich und man wurde prompt bedient.

Die Speisen solide zubereitet, die Qualität der Speisen waren okay. Wir vergnügten uns bei diesem Besuch an der Pizza, die für solch eine Gastronomie unüblich vor den Augen der Gäste im Steinofen zubereitet wurde. Die Pizza war sehr schmackhaft mit frischen Zutaten, die Pizzabäckerin beherrschte ihr Handwerk.

Die Getränkekarte wies alles auf, was man in solch einer Klause erwartet. Schade war nur, dass das Hefeweizen nicht frisch gezapft wurde, sondern aus der Flasche kam.

Im Resultat wurden die nicht erwarteten Erwartungen übertroffen und es gibt für diesen Besuch in der Bostalklause drei Sterne.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 03 „Weinhaus Zum Spiegel, Mainz“

Weinhaus „Zum Spiegel“, Leichhofstr. 1, 55116 Mainz

Liebe Gemeinde,

einen Abend in Mainz kannst du im Weinhaus „Zum Spiegel“ ausklingen lassen, so klang es mir in den Ohren, als wir gestern dort einkehrten.

Ein Mainzer Weinhaus in der Mainzer Altstadt, da kann man bestimmt Mainzer Lebensart erwarten, so dachte ich und es war ein Trugschluss. Sehr gut besucht war das Lokal, doch wir fanden trotzdem noch ein freies Plätzchen und wurden direkt wie alte Freunde per Handschlag vom Besitzer begrüßt. Die Einrichtung urig, so als hätte das Lokal seit 40 Jahren und mehr keinen Wechsel im Interieur erhalten, was ja bei einer solchen Institution nicht schlimm ist. Das Publikum im gehobenen Rentenalter, vereinzelt ein paar junge Gäste. Die Bedienung freundlich. Das war es dann auch schon mit Mainzer Gemütlichkeit. Die Weinkarte nicht gerade ausgefallen, eher schlicht, aber passend für solch ein Lokal. Doch bei der genaueren Betrachtung der Karte, fielen mir erschrocken die Augen aus dem Kopf.

Mainz gehört zu der Gruppe der Great Wine Capitals und ich war der frohen Hoffnung erlegen, in diesem Lokal somit auch einen guten rheinhessischen oder Mainzer Wein zu finden, jedoch weit gefehlt. Zu allererst präsentierte mir die Weinkarte eine Latte von 13 Weinen aus dem Rheingau, erst dann kamen die Rheinhessen in geringerer Anzahl, zumindest bei den Weißweinen. Bei den Rotweinen war es zwar umgekehrt, die Auswahl war aber auch hier sehr gering an rheinhessischem Weine, Spätburgunder, Dornfelder und ein Merlot. Die Weine im normalen Preissegment, wie auch in anderen Weinlokalen. Die Qualität blieb allerdings für diese Preise unter meinen Erwartungen. Der Merlot wurde uns als hochwertigster Rotwein für € 6,70 das 0,2l Glas präsentiert, erfüllte allerdings in keiner Art und Weise die Erwartung, die man an einen Wein in dieser Preisklasse hat.

Auf Nachfrage beim Wirt, warum es denn nicht mehr rheinhessische und Mainzer Weine auf der Karte gibt und warum in einem Great Wine Capital nicht die einheimischen Weine an erster Stelle präsentiert werden, kam die lapidare Auskunft, dass 80 Prozent der Stammgäste eher dem Rheingauer, als dem Rheinhessen frönen. Gut 80 Prozent der Stammgäste waren auch 65+ und in dieser Generation scheint es in der Tat noch nicht angekommen zu sein, welch guten Weine mittlerweile die Region Rheinhessen hervorbringt. Also was die Weine angeht war hier nichts mit der vielgepriesenen rhoihessischen Meenzer Gemütlichkeit und Lebensart.

Die Speisenkarte bot die übliche Palette an Meenzer Snacks: Handkäs, Worscht und Weck, Käsewürfel und der Meenzer Nackische mit Paarweck. Wir bestellten die Käsewürfel, die jedoch erstmal in Vergessenheit gerieten und erst auf nochmalige Nachfrage bei der Bedienung gebracht wurden. Leider waren auch diese Käsewürfel, sowohl in der Darreichung, als auch in der Qualität mehr als enttäuschend und hatten absolut nichts mit Meenzer Lebensart zu tun. Dem Käse haftete noch der Geschmack von Folie an, in der er wohl mal eingeschmeißt war, lieblos geschnitten und mit ein paar Spickerfähnchen dekoriert. Die Krönung war jedoch zu dieser Jahreszeit in dieser Weinregion die Garnierung mit schwarzen und grünen Oliven, anstatt erwartet mit Weintrauben. Auch hier wieder Meenzer Gemütlichkeit und Lebensart fehlt am Platze.

Auch der Handschlag des Wirtes konnte die Gesamtsumme von € 27,50 für 4 Glaser Rotwein und einem Teller Käsewürfel nicht wieder gut machen.

Schade eigentlich für ein „typisch Meenzer Woilokal im Great Wine Capital Mainz“.

Aber für die urige Einrichtung und für den Handschlag des Wirtes gibt es auf jeden Fall einen Stern…

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 02 „Steakhaus EL CHICO, Mainz“

EL CHICO, Kötherhofstraße 1, 55116 Mainz – Das Steakrestaurant, in dem Fleischeslust zum Hochgenuss wird!

Liebe Gemeinde,

es war mal wieder soweit, ein Abend in meinem LieblingsSteakrestaurant EL CHICO war geplant, hurra.

Reservierung ist hier absolut notwendig, da dieses Restaurant seit über 10 Jahre in Mainz schon lange kein Geheimtipp mehr ist und jeden Abend bis auf den letzten Platz an der Bar über Stunden ausgefüllt ist.

Es fängt schon mit einer perfekten Reservierung am Telefon an, wo man seinen Reservierungswunsch auf Band sprechen kann, dann ziemlich zügig zurückgerufen wird und erfährt, ob es an dem betreffenden Abend mit der Reservierung klappt. Einfach vorbeigehen bei EL CHICO ist mittlerweile zwecklos, da man spontan fast nie in der Hauptzeit zwischen 20:00h und 22:00h einen Platz bekommt.

Die Begrüßung per Handschlag freundlich, höflich wie immer erfolgte durch den absolut für diese Gastronomie passenden Kellner Robert, der einem durch sein unaufdringliches Gespräch immer das Gefühl gibt, als wenn man zur großen SteakFamilie des EL CHICOS dazugehört, auch wenn man sich hat eine lange Zeit lang nicht sehen lassen. Auch die restliche Servicecrew, zwar manchmal etwas hölzern, aber immer freundlich um das Wohl des Gastes bemüht. Die Einrichtung ist okay, aber für ein Steakrestaurant absolut passend.

Die Bestellungen werden freundlich und zügig aufgenommen, die Getränke sind ebenso schnell da. Die Weinkarte ist okay, obwohl sie ein wenig mehr Vielfältigkeit an Rotweinen im gehobenen Segment haben könnte.

Als Vorspeise ist für mich ein Carpaccio Pflicht und Genuss in einem, eines der besten Carpaccio, das ich kenne und nach dem man in italienischen Restaurants lange suchen muss.
Es wird frisch am Tisch zubereitet, sodass unter den Augen des Gastes eine feine Kreation aus dünnen Rindfleischscheiben, frisch ausgedrücktem Zitronesaft, Salz, Pfeffer, Olivenöl und frisch geriebenem Parmesan mit Freunde des Zubereiters geschaffen wird. Schon diese Vorspeise wie immer ein Hochgenuss für Fleischfreunde.

Der Beilagensalat immer mit knackigen Salaten und Kräutern zubereitet. Die selbstgemachten Dressing lassen keinen Geschmackswunsch offen: eine leichte Vinaigrette, ein leichtes Joghurtdressing oder seit neuestem auch ein schmackhaftes Orangensenfdressing.

Kommen wir zum Wichtigsten, warum man ein Steakhaus besucht: das Fleisch.

Im EL CHICO war es auch diesmal wieder, wie schon in den vergangenen Jahren seit der Eröffnung ein Hochgenuss. Perfekt auf den Punkt gegart, bei mir gestern das 300 Gramm Rumsteak Medium. Die Qualität des Fleisches ist sehr hochwertig und man sucht diese in anderen Steakrestaurants vergebens. Bei EL CHICO ist für jeden Fleischgeschmack etwas dabei von Rumsteaks über dem grandiosen Rib-Eye-Steak bis hin zu den perfekten Lammgerichten. Die sechs Garstufen (Blue, Rare, Medium Rare, Medium, Medium Well, Well done) werden immer in Perfektion eingehalten. Man merkt förmlich, dass der Chef Chico und seine Küchencrew mit sehr viel Liebe und Sachverstand das Fleisch zubereitet. Kein Wunsch bleibt hier offen. Einer Anekdote nach schmeißt Chico eher mal ein Steak wütend an die Wand, wenn es nicht seinem Anspruch genügt, als es dem Gast servieren zu lassen.

Alles in allem ein perfekter Steakabend mit höchstem Fleischgenuss. Die persönliche Verabschiedung vom Kellner Robert rundet das Erlebnis dann zum Schluss noch ab.

EL CHICO das beste Steakrestaurant in Mainz und Umgebung. Ich wage zu behaupten auch eines der besten Restaurants für Liebhaber des Steaks in Perfektion in der Republik.

Absolut, das ist selten bei Karl Keule 5 Sterne und gerne noch mehr für das Steakrestaurant EL CHICO in Mainz.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

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Karl Keule, der Restaurantverpester Vol. 01 „Hofgut Laubenheimer Höhe, Mainz“

Liebe Gemeinde,

an dieser Stelle findet Ihr in Zukunft eine neue Rubrik, wo ich meinen Senf zu von mir besuchten Restaurants und sonstigen Lokalitäten für die Nachwelt neiderschreibe, natürlich wie gewohnt in keulscher Art und vollkommen unabhängig.

Hofgut Laubenheimer Höhe, Auf der Laubenheimer Höhe, 55130 Mainz:

Schön dachten wir, endlich eine Lokalität in Laufnähe in unseren schönen Laubenheimern Weinbergen mit toller Aussicht über den Rhein hinweg…

Und das war es dann auch schon mit schön…

Mehrmals haben wir mittlerweile mit unseren Kindern den Biergarten besucht. Die Preise in diesem Biergarten sind dann doch eher im oberen Preissegment anzusiedeln, was kein Problem wäre, wenn die Qualität der Speisen gewährleistet wäre. Haxe, Hähnchen, Rippchen wurden von uns angetestet und man wird das Gefühl nicht los, dass alles nie einen Grill gesehen hat, bzw. in grossen Mengen auf Vorrat zubereitet wird, um dann dem Gast lasch aufgewärmt präsentiert zu werden. Kartoffelsalat als Beilage mit nicht garen Kartoffeln ist auch nicht der wahre Gaumenschmauß, der Spundekäs schmeckt nach Fabrik und der Handkäs mit Musik ist auch nicht gerade gelungen. Die Auswahl im Garten an Weinen ist auch eher bescheiden. Für Kinder gibt es leider keine kleinen Getränke bzw. Speisen oder Kinderkarte. Die Bedienung ist zwar nett gekleidet und freundlich, jedoch merkt man ganz schnell, dass es sich hier um unqualifiziertes NichtFachPersonal handelt, die schnell von den Arbeiten in einem Biergarten überlastet sind.

Auch das Restaurant, die Weinbergshütte mit der angeschlossenen Panoramaterasse hat eher den Charme einer überdimensionierten Skihütte ohne weiteres Flair. Auch hier fühlt man sich nicht von Gastronomiefachpersonal als Gast umworben. Es fängt schon bei der Reservierung online an. man wird zwar direkt zur zurückgerufen, jedoch kann man nicht unbedingt sicher sein, dass die Reservierung für eine Gruppe von 10 Personen am betreffenden Tag auch gewährleistet wird. Heißt also erstmal auf einen Tisch warten und erst nach mehrmaligen Nachfragen, wurde ein Tisch in der Weinbergshütte zur Verfügung gestellt. Die Bedienung dann doch eher schroff und kannte sich nicht mit der eigenen Speisenkarte und dem vorhandenen Weinsortiment aus. Die Speisen an diesem Abend waren absolut unterste Klasse, wenn man sie dem Vergleich von mancher guten Straußwirtschaft im Umland aussetzt. Ich hatte z.B. das Hofmeistersteak nebst Beilagen. Es war ein sehniges Stück Fleisch mit geschmacklosen Schmorzwiebeln und vollkommen künstlich überwürzten Bratkartoffeln, die eher an schlechte verbrannte Kartoffelkrümmel einer Kantine erinnerten. Man glaubt kaum, dass die Küche hier einen Küchenchef hat, der sein Handwerk wirklich versteht bzw. gelernt hat.

Fazit:

Der Ausblick im Biergarten und von der Terasse ist klasse.

Für diese Restauration stimmt einfach das Preis-Leistungsverhältnis nicht. Für die dargebotenen Speisen sind die Preise, sowohl im Biergarten, als auch in der Weinbergshütte zu hoch.

Die Menge an Personal gleicht die Qualität desselbigen nicht aus. Man sollte lieber auf Fachkräfte setzen, bei denen der Gast auch das Gefühl hat Gast und nicht nur lästiges Übel neben dem hinterlassenen Geld zu sein.

Mein Tipp:

Man kaufe sich liebe ein oder zwei Fläschen Wein vom Winzer und geniesse den Ausblick in freier Natur aus den schönen Weinbergen in Laubenheim über den Rhein hinweg. Den für einen schönen Blick muß man nicht soviel für schlechte Qualität ausgeben und es ist zu dem auch noch romantischer.

Für das Hofgut Laubenheimer Höhe somit nur (k)ein Stern.

Guten Hunger Euer Karl Keule©

Guckst Du auch hier!

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