Karl Keules Welt©-DAS etWas andere Satire BLOG

satirisch, nachdenklich, ehrlich, manchmal häufig politisch und sprachlich unkorrekt!

Wulff, BILD-Diekmann’s Mailbox und eine Frage des Informationsflusses…

Liebe mailboxabhörende Gemeinde,

es bleibt immer noch die Frage offen, wie FAZ und SZ an die Informationen über den Inhalt des Anrufes von Christian Wulff auf der Mailbox von BILD-Diekmann kamen? Und warum erst am Anfang des neuen Jahres, wo doch der Telefonanruf schon am 12.12.2011 erfolgte? Wie konnte diese Information, wie durch einen zufällig in die Luft gejagten Silvesterböller aus dem verschwiegenen Redaktionsbüro von Herrn Diekmann an die FAZ und die SZ gelangen? Komisch, oder?

Vielleicht ein geschickt lancierter Schachzug der BILD, um die Demontage von Wulff voranzutreiben, weil man sonst nichts mehr über die eigentliche Akte Wulff zu berichten hatte?

Wie jeder weiß, bin ich nicht unbedingt ein Fan von Wulff, habe ihn immer für den falschen Mann auf diesem Posten gehalten. Aber wie weit ist der BILD-Redaktion zu trauen, die sich in den letzten Jahren nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert hat, wenn es um journalistische Grundsätze ging? Gestern schreibt die BILD selbst in eigener Sache: „Deshalb hat die BILD-Zeitung nach breiter redaktioneller Debatte davon abgesehen, eigens über den Vorfall zu berichten.“ Also, wie konnten die FAZ und die SZ an genau diese Informationen herankommen, die doch eigentlich nur in den Räumen der BILD-Redaktion hätten bleiben sollten?

Nicht zu bestreiten bleibt natürlich, dass Christian Wulff einen ganz großen Fehler gemacht hat: er wollte mit dem Anruf kraft Amtes, die Pressefreiheit versuchen außer Kraft zu setzen. Damit hat sich Wulff selbst ad absurdum geführt, gar seinen politischen Untergang eingeleitet. Wenn nicht die Kredit-Affäre, die vielleicht in der Nachbetrachtung keine war, dann wird ihm dieses Fehlverhalten in naher Zukunft das politische Genick brechen.

Und die BILD?

Feige zieht sie sich ganz geschickt aus einer eventuellen Affäre um den Bundespräsidenten heraus, in dem sie heute nicht mehr selbst berichtet, sondern nur eine Zusammenfassung der Kommentare in den verschiedenen Gazetten bringt.

Ist das die neue Art von Journalismus, um einen bestimmt nicht geschickten Politiker vollends aus den Angeln zu heben, weil es eventuell in der eigentlichen „Kreditaffäre“ des Bundespräsidenten nicht mehr essentielles zu berichten gab?

Und der DJV springt auf den fahrenden Zug und stärkt damit eventuell über Jahre der vernichtenden Berichterstattung der BILD den Rücken.

Dabei ist das passiert, was seit Jahren ein ungeschriebenes Gesetz zwischen Politikern und Journalisten ist: Gespräche, die unter vier Augen oder Ohren geführt werden, dringen nicht an die Öffentlichkeit, solange es einer der beiden Parteien nicht will.

Ein Riesengeschmäckle bleibt bei der ganzen Mailboxgeschichte zwischen Wulff und Diekmann. Der Beginn einer neuen journalistischen Ära im Umgang der Medien mit Politikern? Ich denke zusätzlich zur Wulff-Affäre hat Deutschland jetzt noch eine Affäre der Medien über die Moral der Informationsbeschaffung und Weitergabe von anscheinend vertraulichen Gesprächen.

Aber eins bleibt: Wulff ist nicht der richtige Mann für den Posten des Bundespräsidenten…

In diesem Sinne noch einen nachdenklichen Tag…

Karl Keule ©

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Eine Antwort zu “Wulff, BILD-Diekmann’s Mailbox und eine Frage des Informationsflusses…

  1. Ihr Bewunderer 4. Januar 2012 um 11:24

    Bravo Herr Dr. Wulff, weiter so!

    Als Bundespräsident haben Sie das Recht und die Pflicht, es den verklärten Illusionisten zu zeigen, wie sich ein realpolitischer Staatsmann von europäischem Format in unserem Land zu verhalten hat.

    Schließlich wurden Sie von einer parteipolitischen Mehrheit gewählt und in Ihr Amt gehoben. Es käme doch einem Verrat an den Überhangmandaten gleich, wenn Sie Ihr Amt nun verschwenden würden und die Immunität, die Sie Kraft Ihres Amtes schützt, aufgeben. Wer weiß, für was diese noch gut sein kann. Da ist es doch gut zu wissen, dass Ihnen nicht wirklich einer was kann. Realpolitik in Vollendung. Das ist es, was zählt!

    Was sollen jetzt diese hinterhältigen Attacken der Medien, dieses unsägliche Nachtreten?
    Schließlich fand Ihr Telefonat mit dem Springerkonzern bereits am 12.12. des letzten Jahres statt, immerhin vor gut 3 Wochen. Weshalb besinnen sich „BILD“ und „Die Welt“ jetzt auf die Aufklärung der Bürger? Welche Freiheit hatte der Springerkonzern in den 20 Tagen zuvor verteidigt? Hatte die Pressefreiheit Weihnachtsurlaub?

    Auch Sie haben das Recht Herr Dr. Wulff, sich in die Riege der großen europäischen Staatsmänner einzureihen. Francisco Paulino Hermenegildo Teódulo Franco, Silvio Berlusconi, Wladimir Wladimirowitsch Putin, Viktor Orban, um nur einige zu nennen, sind von sich selbst überzeugte Größen der europäischen Politik und besitzen alle die Fähigkeit, demokratische Grundwerte und Rechtstaatlichkeit selbst zu definieren.

    Da darf man sich von den paar Kritikern nicht irritieren lassen. Es soll ja sogar Menschen geben, die den Papst kritisieren; und der ist immerhin der selbsternannte Stellvertreter Jesus Christus auf Erden!

    Ein Souverän, der Sie zweifelsfrei sind, darf sich wegen solch pragmatischen Geschwätz nicht aus der Ruhe bringen lassen und das tun Sie ja auch nicht. Ich bedauere es schon jetzt, dass Sie das Amt des Bundespräsidenten möglicher Weise nur für 2 Amtszeiten bekleiden könnten. Wie schön wäre es, wenn Sie für dieses Problem, Kraft Ihres Amtes, eine Lösung finden könnten. Greifen Sie bitte rechtzeitig zum Hörer …

    Ihr Bewunderer

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