Karl Keules Welt©-DAS etWas andere Satire BLOG

satirisch, nachdenklich, ehrlich, manchmal häufig politisch und sprachlich unkorrekt!

Der, die, das…

Guten Tag liebe Sesame Street verschworene Hausmeistergemeinde,

…wer, wie was,
wieso, weshalb, warum?
wer nicht fragt bleibt dumm!

Das Original der Sesamstrasse wird 40 Jahre alt. Die Sendung die wie so vieles aus Amerika zu uns herüberschwappte (nicht alles war gut) und das Weltbild von vielen Millionen Kindern prägte.

Brauchte es doch vom 10. November 1969 noch bis zum 8 Januar 1973 bis die Sesamstrasse in deutsche Kinderwohnzimmer ihren Weg fand.
Und ich gehörte zur ersten Generation, die mit dem Original der Sesame Street in Berührung bzw. in Augenkontakt kam. Ich war Zielgruppe dieser neuartigen Sendung, die in einem Land produziert wurde, das ich bisher nur aus Western wie Bonanza kannte. Endlich gab es sie die Kindersendung für das einfache Arbeiterkind, das im Hinterhof und nicht in der gehobenen Vorstadtsiedlung aufwuchs.

Der Inhalt der Sendung wurde damals vom Bayerischen Rundfunk sogar als so bedenklich eingestuft, das die Verantwortlichen die Ausstrahlung verweigerten, da die Sesamstrasse angeblich nicht die soziale Situation in Deutschland richtig darstellte. Aber in Bayern tickten die Uhren schon immer anders.

Doch das Konzept war gerade richtig für solche Kinder wie mich, die doch eher zu den Schmuddelkindern und nicht zu den Kindern der Oberstadt gehörten, wie es schon Franz Josef Degenhardt in seinem Plattenalbum von 1965 attestierte. War doch mein Spielplatz eher der an der elterlichen Wohnung gelegene Schrottplatz, als der spießig angelegte Vorgarten so mancher Reihenhaussiedlung in der damaligen Zeit.

Und ich liebte sie die menschlichen Bewohner der Sesamstrasse. Der freundliche Herr Huber, Besitzer des leider nicht mehr vorhandenen Tante Emma Ladens um die Ecke, Bob, Afro-Gordon und Susan wurden schon bald für mich zu lieben Freunden. Lernte ich doch durch die Bewohner der Sesamstrasse auch ganz nebenbei, dass Schwarze auch Menschen sind, nicht ganz so selbstverständlich für die damalige Zeit.

Weiterer positiver Effekt der Ur-Sesamstrasse:
Durch die Verschiedenartigkeit der Puppen-Charaktere begann ich nachzudenken über die Unterschiedlichkeit von Menschen. Ich verstand, dass es verschiedene Denkansätze geben kann und muss. Die Sesamstrasse war für mich so etwas wie ein Einführungskurs ins politische und philosophische Denken.

Von dem Anarcho Ernie, über den Stoiker Bert bis zu Oscar aus der Mülltonne, dem ersten öffentlich bekennenden Messie, dem komischen Bibo und bis zum Krümmelmonster, nicht zu vergessen, der klugscheissende, traurige Kermit, lernte ich viel über Mitgefühl, Freundlichkeit und Respekt vor den Unterschieden.

Falls sich noch immer manche Eltern darüber Sorgen machen, ob Ernie und Bert ein schwules Paar sind, die den Nachwuchs fehlleiten könnten, keine Sorge und wenn schon, dann liegt es bestimmt nicht an den beiden. Mir haben die beiden nicht geschadet. Das ABC und Rechnen wurde mir nahe gebracht, noch heute zähle ich Graf Zahl zu meinen mathematischen Lehrmeistern.

Schade, dass es die Sesamstrasse in der damaligen Form nicht mehr gibt, schon 1976 wurde die Sendung in Deutschland zum ersten Mal kastriert. Es wurde deutscher mit dem einfältigen Samson, der nervigen Tiffy, dem spießigen Adligen Herrn von Bödefeld und deutschen Darstellern. Mein geliebter Oscar („Ich mag Müll!“) wurde durch die deutsche Version Rumpel zwangsentschärft. Die Sendung wurde weicher, schwammiger und unpolitischer, nur noch ein billiger deutscher Abklatsch des Originals. Dieser Prozess hält leider bis heute an.

Es wird Zeit für eine neue Form der Sesamstrasse 2010 mit den Themen, die heute für Kinder wichtig sind.

In diesem Sinne Happy Birthday Sesame Street

Karl Keule©
„KeulenKalle©“

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Eine Antwort zu “Der, die, das…

  1. Frank Schenk 10. November 2009 um 16:48

    Schade, dass es die Sesamstrasse in der damaligen Form nicht mehr gibt, schon 1976 wurde die Sendung in Deutschland zum ersten Mal kastriert.

    Ja, leider, die Originalserie war um Welten besser, bei Tiffy, Samson und co. musste ich immer kotzen 😦

    gruß

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