
copyright: Jean Michel Malatray
geht diese Woche an:
Ursula von der Leyen
für die Neuauflage des politischen Stilmittels, wie rechne ich mir meine Arbeitslosenzahlen schön und verkaufe diese medienwirksam als Ergebnis einer erfolgreichen Regierungsarbeit.
Unter 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland im Oktober, Schnäppchen sage ich! Das muß natürlich von Ulla und Konsorten gebührend gefeiert werden. Nur das Problem für Frau von der Leyen ist: noch immer hat es die Politik nicht kapiert, dass es der Bürger kapiert hat, das die dargestellten Arbeitslosenzahlen nicht die ganze Wahrheit darstellen, wenn über Beschäftigung in Deutschland gesprochen wird. Klar verklärtes politisches Ziel dieser Schönfärberei von Arbeitslosenzahlen ist es, anhand der Zahlen den Menschen vorgaukeln zu wollen, auf welchem guten Weg man mit seiner Konjunkturpolitik ist. Ja der Jobmotor brummt wieder und dazu muß man eben mal auch ein paar Arbeitslose aus den Statistiken herausrechnen, wenn man schöne, medientaugliche Arbeitslosenzahlen haben will. Aber zur Ehrenrettung von Frau von der Leyen muß man sagen, dieses Prozedere wäre bei einer anders gestalteten Regierung genau das gleiche.
arbeitslos sind nämlich seit Jahren statistisch gesehen nur Menschen, also Männer und Frauen, die momentan kein Beschäftigungsverhältnis haben und sich in die Vermittlung der Jobcenter oder der Agentur für Arbeit begeben, dort also persönlich gemeldet sind. Um an gute Zahlen für die Politik zu kommen, werden immer gerne mal ganz schnell ein paar mehr oder weniger Arbeitslose in Maßnahmen gesteckt, die meistens für die betroffenen Personenkreise recht sinnlos sind, aber für die Politik den gewollten Nutzen haben, dass diese Menschen dann aus der Arbeitslosenzahl, die schön aussehen muß, einfach rausfliegen. Dazu gehören übrigens nicht nur Menschen, die in Weiterbildungen stecken, sondern auch die von der Politik soviel gepriesenen EinEuroJobber und natürlich auch Menschen, die über 58 Jahre sind und seit über einem Jahr nicht mehr vermittelt werden können. Also das sogenannte alte Eisen, die Arbeitslosen zweiter Klasse. Und es gibt noch ein paar mehr Tricks, wie die Arbeitslosenzahlen schöngerechnet werden.
Vielleicht sollte die Politik ja mal was sinnvoller arbeiten und sollte keine schönen Arbeitslosenzahlen mehr berechnen. Es wäre an der Zeit reale Bedarfszahlen an Beschäftigung zu ermitteln, die man dann auch so präsentiert. Also wieviele Jobs werden in Deutschland wirklich benötigt, um Vollbeschäftigung zu erzielen? Aber ich wage zu behaupten, dass dies nicht gewünscht wird, da dann die zu präsentierende Zahl in Deutschland schnell auf 3,5 bis 4 Millionen Menschen steigen würde, die tatsächlich keine Erwerbstätigkeit haben und auf der Suche sind.
Das ist leider wieder die traurige Wahrheit, denn “traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht bzw. erstellt hast…”, zwar recht betagt der alte Spruch, aber noch immer aktuell.
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